Unbelehrbares Sportsministerium – “Lëtz move” nur nach Datenstriptease

Crosspost von Piratepartei.lu.

Am 17. April startete das Sportministerium in enger Zusammenarbeit mit RTL die Kampagne “Lëtz move” für ein gesünderes, aktives Leben. Stur und unbelehrbar wie sich das Sportministerium unter Romain Schneider schon bei der Medicoleak Affäre gegeben hat geht es bei dieser Aktion weiter mit der Datensammlerwut: registrieren für “Lëtz move” kann sich nur, wer sich bei RTL(!) anmeldet und persönliche Informationen hinterlässt.

Warum eine Anmeldung überhaupt von Nöten ist lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Nach der Anmeldung stellt sich heraus: es lassen sich über das Privatkonto Aktivitäten speichern in einer Art “Sporttagebuch”. Für diese Funktionen sammelt RTL im Auftrag des Sportministeriums u.a. folgende Daten: Vornamen, Nachnamen, Geburtstag, Geschlecht, komplette Adresse (alle notwendig zur Registrierung).

Als Beruhigung wird angegeben, dass die Behandlung der persönlichen Daten den “Datenschutzbedingungen von RTL” unterliegt. Na, das ist ja beruhigend! Diese “Datenschutzbedingungen” erklären u.a. folgendes:

Vos données seront communiqués qu’à des tiers qui sont en relation directe avec rtl.lu

Wie z.B. Werbefirmen.

Vos données seront conservés jusqu’à leur suppression

D.h. sie werden nicht nach einem bestimmten Zeitraum gelöscht sondern so lange gespeichert wie RTL das nützlich findet.

Vos données recueillies lors de l’inscription et toute autre information sont intégralement la propriété de CLT-UFA S.A. – Division RTL newMedia Luxembourg.

Heisst ungefähr, dass sie mit unseren Daten machen können was sie wollen.

Das Sportministerium muss sich auch die Frage gefallen lassen, warum gerade RTL als Partner ausgesucht wurde. Gab es hier eine offene Ausschreibung? Warum wird eine staatlich finanzierte Kampagne überhaupt auf der technischen Infrastruktur eines Privatunternehmens aufgebaut?

Das Sportsministerium hat nichts aus Medicoleak gelernt. Datensparsamkeit ist die Leitlinie des Datenschutzes. Was macht das Sportministerium? Startet eine mit Steuergeldern finanzierte Aktion, die Bürger dazu auffordert ihre persönlichen Daten von einer Privatfirma sammeln zu lassen. Wärs nicht zum Weinen könnte man sich kaputt lachen.